Riffelseehütte im Ötztal im Winter | © Sektion Frankfurt am Main des Deutschen Alpenvereins (DAV) e.V.

Die Riffelseehütte (2.293 m) - ein Portrait

19.10.2026

Kinderfreundliches Hüttenleben mit Winterexpertise am größten Bergsee der Ötztaler Alpen

Seit fast 90 Jahren zieht es Bergsteigende und Wintersportler:innen hoch über das Pitztal zu einer Hütte oberhalb des Riffelelsees, dem größten Bergsee in den Ötztaler Alpen. Majestätisch liegt sie in traumhafter Lage auf über 2.000 Metern Höhe, im Winter mitten im Skigebiet: die Riffelseehütte. Von der großen Terrasse aus blickt man erhaben über das Taschachtal und auf die schneebedeckten 3000er-Gipfel des Ötztaler Hauptkamms, des Kaunergrats und des Geigenkamms.

 

Leicht erreichbar

Und dieses wunderbare Bergidyll ist ganz einfach zu erreichen. Von Mandarfen (1.675 m) im hinteren Pitztal geht es mit der Riffelseebahn nach oben zum Südhang des Muttenkopfs. Von der Bergstation (2.291 m) aus sind es nur rund 15 Minuten zu Fuß, den Tourenskiern oder dem Schlitten geht es schneller. Wer nicht mit der Gondel hochfahren möchte, steigt entweder auf dem gut markierten Steig unterhalb der Seilbahntrasse durch das Hirschtal oder an der Mittelstation vorbei auf. Alternativ geht es von Mittelberg am Talende über die Taschachalm zur Riffelseehütte - jeweils in rund zweieinhalb Stunden.

Wohlfühlen

Übernachtet wird in bequemen Matratzenlagern und Mehrbettzimmern, davon zwei für Familien mit bis zu sechs Personen. 46 Schlafplätze gibt es insgesamt. Neben den Duschen im Keller gibt es Waschräume und Toiletten auf jeder Etage. Mobiltelefone haben hier Empfang, WLAN gibt es auf Nachfrage. Wer hier übernachten möchte oder als Tagesgast verweilt, soll sich wohlfühlen. Und dazu trägt auch der Gepäcktransport von der Bergstation der Seilbahn zur Riffelseehütte bei - ein Service auf Anfrage.

Wachablösung nach 42 Jahren

Nach Abschluss der Sommersaison 2026 geht eine Ära zu Ende: Das Hüttenpächter-Paar Anita und Christian Waibl übergibt nach 42 Jahren die Bewirtschaftung der Riffelseehütte an Jürgen und Martina Eiter. Nach einer kurzen Zeit des Durchatmens werden sie Anita und Christian wieder auf der Riffelseehütte sein, ab dann aber "auf der anderen Seite", als Gäste. Und sie freuen sich schon darauf!

Kinder willkommen!

Die Riffelseehütte ist eine der familienfreundlichsten Hütten in Österreich. Im Sommer können sich Kinder auf den hügeligen Almwiesen austoben - gelegentlich pfeift ein Murmeltier rüber. Ein Spielplatz mit Trampolin und eine Kletterwand sorgen für Abwechslung. Seit dem Jahr 2009 ist die Riffelseehütte mit dem DAV-Prädikat „Mit Kindern auf Hütten“ ausgezeichnet.

Wer nicht geht, nimmt den Gletscherexpress

Über 40 Jahre nach der Eröffnung der Riffelseehütte im Jahr 1939 wurden 1983 die ersten Personen mit dem "Pitz Express" von Mittelberg aus auf den Pitztaler Gletscher gebracht. Heute ist die Riffelseehütte wieder ein idealer Stützpunkt für Wintersportler:innen: sie liegt prominent mitten im Skigebiet Riffelsee.

Ski Alpin Fahrende und Snowboarder:innen sind hier auf rund 18 Pistenkilometern und sechs Liftanlagen unterwegs. Es geht hoch bis zum Grubenkopf (2.800 m). Durch künstliche Beschneiung ist das Skigebiet bis in den April hinein schneesicher. Über die Talabfahrt kommt man von hier aus direkt zum Gletscherexpress Stollenbahn und damit in das Skigebiet Pitztaler Gletscher.

Am Ende des Pitztals bilden der Mittelbergferner und der Taschachferner eine ausgedehnte Gletscherfläche an der Wildspitze (3.768 m). Der Mittelbergferner ist nach dem Gepatschferner bald der zweitgrößte Gletscher in Tirol. Seine höchsten Gipfel sind unter anderem der Hintere Brunnenkogel (3.438 m), der Schuchtkogel (3.471 m), der Weiße Kogel (3.407 m) und der Mutkogel (3.312 m). Sie bilden mit dem Mittelbergferner das große Skigebiet Pitztaler Gletscher. In dem höchsten Skigebiet Österreichs können Wintersportler:innen von September bis Mai auf rund 66 Pistenkilometer und 13 Liftanlagen am Gletscher und im Rifflseegebiet bis auf 3.440 Metern Höhe den alpinen Winter genießen.

Bergsport im Winter für alle

Eiskletternde sind in der Pitztaler Taschachschlucht, der Pitztaler Eisarena und an den Wasserfällen bei Stillebach und Eggenstall richtig. Skitourengehende finden ihr Glück auf dem Weg zum K2 am Riffelsee (3253 m) oder gehen weiter zur Wildspitze (3.774 m), dem höchsten Berggipfel in Tirol. Langlaufende sind im skating oder klassisch auf der fünf Kilometer langen Runde der Riffelseeloipe unterwegs - sportlich wird es am Ende auf über 2.200 Metern. Auf dem Gletscher geht es bis auf 2.740 Meter hoch - ein überwältigendes Panorama und eine Talabfahrt inklusive. Freerider:innen finden Abenteuer auf abwechslungsreichen Varianten im Tiefschnee. Der X Park bietet alles, was ein moderner Funpark braucht und im Kinderland erlebt der Nachwuchs in Skikursen für Kindern ab drei Jahren ordentlich Winterspaß.

Übernachtungsgäste auch wieder im Winter 2026/27

Mit der Übergabe der Bewirtschaftung der Riffelseehütte an Jürgen und Martina Eiter können Gäste ab der Wintersaison 2026/27 auch wieder im Winter auf der Riffelseehütte übernachten. Zuvor wird die Terrasse vergrößert.

Von Wanderungen bis hochalpine Touren mit Ambitionen

Neben wunderschönen Genusswanderungen und Routen für Familien mit Kindern, geht es von der Riffelseehütte aus auf anspruchsvolle Hochtouren. Auf ambitionierte Bergsteiger:innen und Skitourengehende warten die markanten 3000er-Gipfel der Ötztaler Alpen, wie etwa der Rostizkogel (3.392 m) (Gletscherausrüstung erforderlich) und der Seekogel (3.358 m) - beide in jeweils rund 4,5 Stunden im Aufstieg zu erreichen. Den Löcherkogel (3.326 Meter) und den Wurmtaler Kopf (3.228 Meter) (Gletscherausrüstung erforderlich) erreicht man auf einem anspruchsvollem Weg auch in rund 4,5 Stunden.

Einfacher und deutlich kürzer ist der Rundwanderweg um den Riffelsee in rund 45 Minuten, dessen Panorama durchaus mit den hohen Gipfeln konkurriert. Und wer diese Aussicht einmal aus anderer Perspektive erleben möchte, bucht eine Floßfahrt auf dem Riffelsee bei der Riffelseebahn.

Glück auf Bergwegen - Übergänge, Hochtouren und Weitwanderwege

Knapp 30 Dreitausender Gipfel mit mächtigen Felswänden bilden die faszinierende Gebirgskette, darunter die Hohe Geige (3.395 m), der Fundusfeiler (3.080 m), der Luibiskogel (3.112 m), der Puitkogel (3.345 m) und der Wassertalkogel (3252 m). Deshalb verlaufen hier auch drei Höhenwege mit ganz besonderen Ausblicken und alpinen Herausforderungen - jeder auf eigene Weise.

Eine bequeme und landschaftlich reizvolle Tagestour zum Taschachhaus startet an der Riffelseehütte und führt über den Fuldaer Höhenweg zur Hütte. Nach einer genüsslichen Brotzeit geht es hinunter ins Taschachtal, wo wahlweise Leihräder an der Talstation der Materialseilbahn den Weg zurück nach Mandarfen verkürzen.

Auf dem Cottbuser Höhenweg geht es von der Riffelseehütte zur Kaunergrathütte in rund 4,5 Stunden. Der hochalpine schwarze Steig geht teilweise über steile, mit Drahtseilen und Trittstufen gesicherte Felspassagen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist ein Muss. Die Anstrengung lohnt sich: Der Ausblick auf den gegenüber liegenden Geigenkamm ist einmalig. Wer nicht auf der Kaunergrathütte übernachten möchte, geht weiter über das Madatschjoch bis zur Verpeilhütte – ein langer Tag in beeindruckender Umgebung zwischen Watzespitze und Schwabenkopf.

Auf dem Offenbacher Höhenweg geht es durch das Wurmtal hinauf zum Wurmtalerkopf (3228 m) und weiter auf einem gut begehbaren Steig zum Taschachhaus. Der anspruchsvolle alpine Bergweg ist ca. 13 km lang und die reine Gehzeit beträgt etwa 7 Stunden. Da der Weg über den ehemaligen Riffelferner führt ist je nach Ausaperung Gletscherausrüstung notwendig.

Die Riffelseehütte liegt an der Verpeilrunde und an der Pitztaler Runde. Über die Braunschweiger Hütte besteht Anschluss an den ÖtztalTrek (Etappe 18). Zur Braunschweiger Hütte benötigt man von der Hütte rund 6 Stunden.

Wer klettern möchte, ist auf dem Seekarlesschneid (3208 m) richtig. Der reizvolle, aber alpine Kletterberg, hat Touren zwischen III und V+. Aufstieg in rund 4 Stunden von der Riffelseehütte aus. Und neu hinzugekommen ist der „Klettergarten Rifflsee“ an der Felswand des Brandkogels mit aktuelle 10 Routen in den Schwierigkeitsgraden 4a bis 6a.

Wer lieber auf der "Ebene" der Riffelseehütte bleiben möchte, findet rund um den Riffelsee wunderschöne Wanderwege, die im Winter für Tourengehende bereit sind. Von hier aus kann man die umliegenden Gletscher und Gipfel.

Neben dem vielfältigen Angebot an Bergsport und Naturerlebnissen findet man hier oben auch reizvolle Orte, um die einmalige Ruhe der hochalpinen Umgebung zu genießen.

Text: Redaktion/tp

Kontakt Riffelseehütte

Hüttenwirte: Jürgen und Martina Eiter
Mandarfen 39
A-6481 St. Leonhard
Tirol/Österreich

E-Mail: info[at]riffelseehuette.at
Web: www.riffenseehuette.at

Öffnungszeiten

  • Sommersaison: Mitte Juni bis Mitte September
  • Wintersaison: Mitte Dezember bis Mitte April. Ab der Wintersaison 2026/27 auch wieder Übernachtungsgäste im Winter.

 

Anfragen Übernachtung in der Wintersaison 2026/27

 

Die Riffelseehütte ist der perfekte Ausgangspunkt für ganzjährigen Bergsport. Mit der Riffelseebahn geht es nach oben, von dort aus unter anderem mit der Sunna Alm Bahn, der Muttenkopfbahn oder mit der Grubenkopfbahn weiter.

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