Paraclimbing

Wettkampfklettern mit körperlichem Handicap

Wettkampfformat

Im Gegensatz zu den "normalen" Wettkämpfen gibt es beim Paraclimbing keine Altersklassen. Wir klettern in verschiedenen Klassen mit körperlichen Einschränkungen oder Handicaps in der Disziplin Lead (Klettern am Seil). Alle Startklassen klettern Toprope. Üblich sind zwei Qualirouten und eine Finalroute mit nur einen Versuch. Gezählt werden nur gehaltene Griffe (unten bis oben fortlaufend nummeriert). Ferner gibt es auch bei diesen Wettkämpfen meist noch eine + Wertung, wenn man sich sichbar zum nächsten Griff bewegt, diesen aber nicht halten kann, z.B 23+. Derjenige Kletterer, der am höchsten kommt, hat die beste Platzierung. Auch beim Paraclimbing gibt es pro Route ein Zeitlimit von sechs Minuten.

 

Startklassen beim Paraclimbing

  • RP1, RP2, RP3 - neurologische Einschränkungen: Paraclimber:innen mit neurologischen Einschränkungen. Die Zahl gibt den Schweregrad der jeweiligen Einschränkungen an: 1 am schwersten betroffen - 3 am wenigsten (sieht man z.T. den Paraclimbern beim Klettern nicht an).

  • B1, B2, B3 - visuelle Einschränkungen: Paraclimber:innen mit visuellen Einschränkungen. Sie bekommen über Funk die nächsten Griffe und Bewegungen beim Klettern von einem Ansagenden (Kletterpartner:in) mitgeteilt.

  • AU1, AU2 - Einschränkungen/Amputation im Bereich des Ober- bzw. Unterarmes: Paraclimber:innen, bei denen noch ein Stumpf (wenn vorhanden) des Ober-/Unterarmes vorhanden ist. Prothesen sind in dieser Klasse nicht erlaubt. Meist wird der Stumpf abgetaped, damit dieser mitbenutzt werden kann.

  • AL1, AL2 - Paraclimber:innen mit Einschränkungen oder Amputation im Bereich des Ober- oder Unterschenkels.

  • AL1 - Paraclimber:innen mit Stumpf (wenn vorhanden) des Ober- oder Unterschenkels. Prothesen sind in dieser Klasse erlaubt.

  • AL2 - Paraclimber:innen, die querschnittsgelähmt sind und im Rollstuhl sitzen.

 

Klassifizierung, Wettkampflizenz

Die erstmalige Klassifizierung findet bei Wettkämpfen der International Federation of Sport Climbing (IFSC) meist einen Tag vor dem Wettkampf statt. Nach der Beschreibung des Handicaps durchläuft man einige Tests. Wichtig sind aktuelle Artzbriefe, insbesondere für Blinde. Bei Wettkämpfen, die nicht von der IFSC organisiert sind, nimmt der Bundestrainer eine grobe Klassifizierung vor. Eine erneute Klassifizierunf ist erst wieder notwendig, wenn sich die körperlichen Vorraussetzungen deutlich geändert haben. Um bei Wettkämpfen der IFSC starten zu können, muss man jährlich eine internationale Wettkampflizenz beantragen. Dafür ist eine Untersuchung auf Sporttauglichkeit notwendig.

Anmeldung

Kontakt

Tim Schaffrinna
topografische Linien - grau
Tim Schaffrinna
Leistungssportreferent / Paraclimbing